Key points at a glance
🦠 Leicht übertragbar
Herpes kann durch direkten Kontakt, Schleimhäute sowie Tröpfchen und Schmierinfektionen weitergegeben werden.
🧫 Kann wiederkommen
Herpesviren bleiben im Körper und können später erneut aktiv werden.
💊 Beschwerden behandeln
Virushemmende Mittel können den Verlauf verkürzen und Beschwerden lindern.
🤰 Schwangerschaft
Genitalherpes in den letzten Schwangerschaftswochen kann für das Neugeborene gefährlich sein.
What is herpes?
Herpes wird durch Herpes-simplex-Viren, kurz HSV, verursacht. Viele kennen Herpes an der Lippe. Typisch sind schmerzhafte kleine Bläschen, die wieder abheilen können. Später können sie erneut auftreten. Herpes kann auch andere Körperstellen betreffen. Besonders häufig kommt er im Genital- und Analbereich vor. Die Beschwerden lassen sich lindern. Außerdem gibt es Möglichkeiten, weiteren Herpes-Ausbrüchen vorzubeugen.
Ansteckung und Übertragung
Herpes ist leicht übertragbar. Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko, wenn du direkten Kontakt mit Bläschen oder Geschwüren hast. Das kann beim Küssen oder beim Sex passieren. Auch Fingerspiele und gemeinsam benutzte Sexspielzeuge können eine Rolle spielen.
Eine Übertragung ist außerdem durch Tröpfchen oder Schmierinfektionen möglich, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder durch ein gemeinsam benutztes Glas.
Auch ohne sichtbare Beschwerden kann Herpes weitergegeben werden. Die Viren können über Schleimhäute übertragen werden, etwa im Mund oder in der Vagina. Über die Hände können sie außerdem von einer Körperregion zu einer anderen gelangen.
Solange Bläschen oder Geschwüre sichtbar sind, ist Herpes auf jeden Fall ansteckend. Sind die Bläschen bereits verkrustet und kommen keine neuen hinzu, sinkt das Übertragungsrisiko deutlich. Auch nachdem die Kruste verschwunden ist, können noch geringe Mengen Viren ausgeschieden werden.
Bei der Geburt kann Herpes auf das Neugeborene übertragen werden. Für das Kind kann das lebensgefährlich sein.
Schutz und Vorbeugung
Viele Menschen in Deutschland tragen Herpesviren bereits im Körper. Deshalb geht es vor allem darum, Ausbrüche möglichst zu vermeiden, Übertragungen auf andere Körperstellen zu verhindern und Beschwerden zu lindern.
Einen sicheren Schutz vor Herpes gibt es nicht. Meide den direkten Kontakt mit Herpesbläschen oder Herpesgeschwüren. Das gilt auch für die eigenen. So lässt sich zum Beispiel verhindern, dass Viren von den Lippen an die Augen gelangen. Wenn du Bläschen oder Geschwüre berührt hast, solltest du dir gründlich die Hände waschen.
Kondome und Femidome können das Risiko beim Sex nur begrenzt senken. Sie bedecken nicht alle Stellen, an denen Herpes auftreten kann. Außerdem können Viren über die Finger weitergetragen werden. Eine Übertragung ist auch beim Küssen, Streicheln, Lecken oder anderen Sexpraktiken möglich.
Bei Genitalherpes in den letzten Schwangerschaftswochen wird zum Schutz des Neugeborenen ein Kaiserschnitt empfohlen.
Eine Impfung gegen Herpes-simplex-Viren gibt es nicht.
Um neuen Herpes-Ausbrüchen vorzubeugen, können ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und möglichst wenig Stress helfen. Auch die Pflege der Lippen ist wichtig. Bei starker Sonneneinstrahlung kann ein Lippenbalsam mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sinnvoll sein.
Wenn sich erste Anzeichen eines Herpes-Ausbruchs zeigen, sollten virushemmende Mittel möglichst früh eingesetzt werden.
Herpes: Symptome und Folgen
Eine erste Infektion mit Herpes kann ganz ohne Beschwerden verlaufen. Möglich sind aber auch die typischen Bläschen. Manche Menschen bekommen zusätzlich Fieber, Schüttelfrost oder geschwollene Lymphknoten.
Die kleinen Bläschen sind mit wässriger Flüssigkeit gefüllt und werden auch Fieberbläschen genannt. Nach einigen Tagen entstehen daraus flache Geschwüre. Diese heilen meist innerhalb von zwei bis drei Wochen ab.
Herpes tritt besonders häufig an den Lippen oder im Genitalbereich auf. Auch andere Hautstellen können betroffen sein. Dazu gehören Schenkel, Gesäß, Naseneingang, Wangen oder Ohrläppchen. Bei Kleinkindern kann eine Erstinfektion den Mund betreffen. Diese Form wird auch „Mundfäule“ genannt.
Genitalherpes kann an den großen und kleinen Vulvalippen, am Gebärmutterhals, an Eichel, Vorhaut oder Penisschaft auftreten. Auch der Analbereich kann betroffen sein. Mögliche Beschwerden sind Probleme beim Wasserlassen oder blutiger Ausfluss aus dem After.
Nach dem Abheilen bleiben die Herpesviren im Körper. Sie ruhen in bestimmten Nervenzellen und können später erneut aktiv werden. Auslöser können eine Erkältung oder andere Infektionskrankheiten sein. Auch starke Sonneneinstrahlung, Sonnenbrand, Stress, Menstruation, Schwangerschaft, andere hormonelle Veränderungen oder Verletzungen können einen neuen Ausbruch begünstigen.
Ein erneuter Herpes-Ausbruch kündigt sich häufig durch Kribbeln, Spannungsgefühl, Jucken, gerötete Haut oder Brennen an. Danach können wieder Bläschen entstehen. Diese platzen nach einigen Tagen auf und hinterlassen flache, schmerzhafte Geschwüre. Sie heilen meist innerhalb von etwa zwei Wochen ab.
Herpes kann schmerzhaft sein, ist normalerweise aber nicht gefährlich. Manchmal infizieren sich die Geschwüre zusätzlich mit Bakterien. Dann können die Beschwerden stärker ausfallen oder länger anhalten.
Ist das Auge betroffen, kann die Sehkraft beeinträchtigt werden. Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte können größere Hautbereiche betroffen sein. In seltenen Fällen kann Herpes auch innere Organe, das Nervensystem oder das Gehirn befallen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel durch eine Chemotherapie oder nach einer Organtransplantation, verläuft Herpes meist schwerer.
Herpes feststellen
Herpes lässt sich meist anhand der typischen Beschwerden und sichtbaren Veränderungen erkennen. Ärzt*innen können die Diagnose deshalb häufig schon durch Anschauen stellen.
In manchen Fällen können zusätzlich Untersuchungen unter dem Mikroskop oder Bluttests sinnvoll sein.
Herpes behandeln
Bei einem begrenzten Herpes-Ausbruch kann es ausreichen, die betroffene Stelle mit pflegenden oder austrocknenden Mitteln zu behandeln.
Virushemmende Cremes aus der Apotheke können Beschwerden lindern und den Verlauf verkürzen. Entscheidend ist, möglichst schon bei den ersten Anzeichen mit der Anwendung zu beginnen.
Bei schweren Verläufen kommen virushemmende Medikamente als Tabletten oder Infusion zum Einsatz. Sie werden meist über mehrere Tage gegeben. Wenn Herpes sehr häufig wiederkehrt, kann auch eine dauerhafte vorbeugende Behandlung mit niedrig dosierten Herpes-Medikamenten infrage kommen.
Lippenherpes kannst du in der Regel selbst mit virushemmenden Cremes aus der Apotheke behandeln. Ärztlichen Rat solltest du dir holen, wenn Herpes häufiger im Jahr auftritt oder länger als zwei Wochen anhält. Das gilt auch, wenn Fieber oder andere Komplikationen dazukommen.
Bei Genitalherpes oder Herpes in der Nähe der Augen solltest du dich ebenfalls ärztlich behandeln lassen.
Herpes und HIV
Herpesgeschwüre an Schleimhäuten können das Risiko für eine HIV-Infektion erhöhen, wenn keine Schutzmaßnahmen genutzt werden. Entzündungen erleichtern HIV den Eintritt in den Körper. Betroffen sein können zum Beispiel Vagina, Vulvalippen, Eichel, Vorhaut, Darm und Mund.
Bei einer unbehandelten HIV-Infektion können Herpesbläschen und Herpesgeschwüre große Mengen HIV enthalten. Das kann das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen, wenn keine Schutzmaßnahmen genutzt werden.
Ist das Immunsystem geschwächt, kann Herpes häufiger wiederkommen. Auch ungewöhnliche oder schwere Verläufe sind möglich. Das kann zum Beispiel bei einer unbehandelten, fortgeschrittenen HIV-Infektion der Fall sein.
Bestehen Herpesgeschwüre bei Menschen mit HIV länger als einen Monat, kann das als Aids eingestuft werden. Das gilt auch, wenn Herpes simplex eine Bronchitis, Lungenentzündung oder Entzündung der Speiseröhre verursacht. Mit HIV-Medikamenten lässt sich Aids wieder rückgängig machen.
Herpes in der Schwangerschaft
Während einer Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen dazu führen, dass Herpesviren wieder aktiv werden.
Tritt Herpes in der Schwangerschaft auf, sollte die Infektion ärztlich behandelt werden. Für das Kind kann sie gefährlich sein.
Besonders wichtig ist Genitalherpes in den letzten Schwangerschaftswochen. In diesem Fall wird Schwangeren ein Kaiserschnitt empfohlen. So soll verhindert werden, dass sich das Kind während der Geburt im Geburtskanal ansteckt. Eine Herpes-Infektion bei Neugeborenen ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden.
Auch wenn Genitalherpes früher schon einmal aufgetreten ist, solltest du Ärzt*innen unbedingt darüber informieren.
Frequently asked questions
Wie wird Herpes übertragen?
Herpes kann durch direkten Kontakt mit Bläschen oder Geschwüren übertragen werden. Auch über Schleimhäute, Hände, Sexspielzeuge sowie Tröpfchen und Schmierinfektionen ist eine Ansteckung möglich.
Welche Symptome kann Herpes verursachen?
Typisch sind kleine Bläschen, die später zu flachen Geschwüren werden können. Bei einem erneuten Ausbruch treten oft zuerst Kribbeln, Jucken, Brennen oder ein Spannungsgefühl auf.
Kann Herpes immer wiederkommen?
Ja. Herpesviren bleiben nach der Infektion im Körper und können später erneut aktiv werden. Auslöser können zum Beispiel Stress, Infektionen, starke Sonneneinstrahlung oder hormonelle Veränderungen sein.
Wie wird Herpes behandelt?
Virushemmende Cremes können Beschwerden lindern und den Verlauf verkürzen. Bei schweren Verläufen können virushemmende Medikamente als Tabletten oder Infusion eingesetzt werden.
Wann sollte ich mit Herpes ärztlichen Rat suchen?
Bei Genitalherpes oder Herpes in Augennähe solltest du dich ärztlich behandeln lassen. Das gilt auch, wenn Herpes häufig auftritt, länger als zwei Wochen anhält oder Fieber beziehungsweise andere Komplikationen dazukommen.