Health

Chlamydien

Chlamydien gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten und verursachen oft keine Beschwerden. Sie können beim Sex übertragen werden, lassen sich testen und mit Antibiotika gut behandeln. Kondome und Femidome senken das Risiko einer Ansteckung, regelmäßige Tests können zusätzlich dabei helfen, Infektionen früh zu erkennen.

Illustration einer Person im Labor vor einem Mikroskop mit vergrößerter Darstellung von Chlamydien

Key points at a glance

🦠 Häufig unbemerkt

Chlamydien verursachen oft keine Beschwerden und gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten.

🧪 Test schafft Klarheit

Chlamydien lassen sich mit einem Abstrich oder Urintest nachweisen.

💊 Gut behandelbar

Chlamydien sind mit Antibiotika gut behandelbar und heilbar.

🛡️ Risiko senken

Kondome und Femidome reduzieren das Risiko einer Ansteckung, verhindern sie aber nicht sicher.

What is chlamydia?

Eine Chlamydien-Infektion gehört zu den sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Ausgelöst wird sie durch bestimmte Bakterien, die sich vor allem an Schleimhäuten ansiedeln. Betroffen sein können zum Beispiel Harnröhre, Gebärmutterhals oder Enddarm, seltener auch der Rachen. Je nachdem, wo die Infektion sitzt, kann sie Entzündungen verursachen.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Chlamydien können beim Sex übertragen werden, wenn infektiöse Schleimhäute oder Körperflüssigkeiten miteinander in Kontakt kommen. Die Bakterien können unter anderem in den Schleimhäuten von Harnröhre, Gebärmutterhals, Vagina, Enddarm und Rachen vorkommen. Auch Vaginalflüssigkeit und Sperma können Chlamydien enthalten, in geringerer Menge außerdem Urin und Lusttropfen.

Besonders häufig werden Chlamydien bei Vaginal- und Analverkehr ohne Kondom übertragen. Auch beim Oralverkehr ist eine Ansteckung möglich. Gelangen Chlamydien dabei in den Rachen, können sie sich dort ansiedeln. In der Regel verursachen sie dort keine Erkrankung und verschwinden meist nach einigen Wochen von selbst.

Eine Übertragung kann außerdem über Hände oder gemeinsam verwendetes Sexspielzeug passieren. Bei einer Geburt können Chlamydien von der gebärenden Person auf das Neugeborene übertragen werden.

Chlamydien vorbeugen und früh erkennen

Kondome und Femidome können das Risiko einer Chlamydien-Übertragung deutlich senken. Einen vollständigen Schutz vor einer Infektion bieten sie jedoch nicht.

Wenn du häufig wechselnde Sexpartner*innen hast, können regelmäßige Tests auf Chlamydien sinnvoll sein. So kann eine Infektion früh erkannt und das Risiko reduziert werden, Chlamydien unbemerkt weiterzugeben. Ob und wie oft ein Test für dich sinnvoll ist, kannst du in einer medizinischen Praxis oder Beratungsstelle besprechen.

Illustration einer Person im Labor vor einem Mikroskop mit vergrößerter Darstellung von Chlamydien
Chlamydien – Untersuchung und Diagnose © Magnific

Chlamydien: mögliche Beschwerden und Komplikationen

Eine Chlamydien-Infektion bleibt oft unbemerkt, weil sie keine oder nur leichte Beschwerden verursacht. Wenn Symptome auftreten, zeigen sie sich bei einer Infektion der Harnröhre oder der Geschlechtsorgane meist nach ein bis drei Wochen. Möglich sind Ausfluss aus Harnröhre oder Vagina sowie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Ohne Behandlung können sich Chlamydien im Körper weiter ausbreiten. Gelangen die Bakterien in Gebärmutter, Eileiter oder Bauchhöhle, können dort Entzündungen entstehen. Hinweise darauf können Fieber, starke Regelblutungen oder Zwischenblutungen sein. In manchen Fällen kann eine unbehandelte Infektion zu Unfruchtbarkeit sowie zu Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaften führen.

Auch Fieber sowie Schmerzen in den Hoden oder im Unterbauch können darauf hindeuten, dass sich die Infektion ausgebreitet hat. Dabei können sich Samenleiter, Prostata oder Nebenhoden entzünden. Eine mögliche Folge ist Unfruchtbarkeit.

Chlamydien im Enddarm machen ebenfalls häufig keine oder nur geringe Beschwerden. Treten Symptome auf, können dazu schleimig-eitriger Ausfluss, Schmerzen, Juckreiz, durchfallähnliche Beschwerden oder ein entzündlicher Ausschlag gehören.

Chlamydien testen: So läuft die Diagnose

Chlamydien lassen sich mit einem Urintest oder einem Abstrich nachweisen. Einen Chlamydien-Test kannst du zum Beispiel in Praxen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gynäkologie oder Urologie machen lassen. Wenn du Beschwerden hast oder ein konkreter Verdacht besteht, etwa weil Sexualpartner*innen dich über eine Infektion informiert haben, können die Kosten über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Auch viele Aidshilfen, Gesundheitsämter und Testprojekte wie Checkpoints bieten Tests auf Chlamydien an. Dort gehört eine Beratung zum Testangebot. Die Untersuchung kann anonym erfolgen.

Für sexuell aktive Frauen gibt es zusätzlich ein Vorsorgeangebot: Bis zum vollendeten 25. Lebensjahr können sie sich einmal pro Jahr in einer gynäkologischen Praxis mit einem Urintest auf Chlamydien untersuchen lassen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Chlamydien behandeln: Antibiotika helfen zuverlässig

Chlamydien lassen sich mit Antibiotika gut behandeln und heilen. In der Regel ist die Therapie einfacher und kürzer, wenn sie früh beginnt.

Bis die Behandlung abgeschlossen ist, solltest du auf Sex verzichten. So lässt sich das Risiko verringern, Chlamydien weiterzugeben. Auch deine Sexpartner*innen sollten sich untersuchen lassen. Falls nötig, werden sie ebenfalls behandelt. Das hilft dabei, weitere Ansteckungen oder eine erneute gegenseitige Übertragung zu vermeiden.

Chlamydien und HIV: Warum das Risiko steigen kann

Eine Chlamydien-Infektion kann das Risiko für eine HIV-Infektion erhöhen, wenn keine Schutzmaßnahmen wie Kondome, PrEP oder Schutz durch Therapie genutzt werden. Der Grund sind Entzündungen der Schleimhäute. Sie können HIV den Eintritt in den Körper erleichtern.

Bei einer unbehandelten HIV-Infektion können Chlamydien außerdem schwerer verlaufen. Gleichzeitig steigt das Risiko, HIV weiterzugeben. Entzündete Schleimhäute und Entzündungssekrete können besonders viele Viren enthalten.

Chlamydien in der Schwangerschaft

Ein Test auf Chlamydien gehört zur Schwangerenvorsorge. Hintergrund ist, dass eine Chlamydien-Infektion unter anderem das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen und zu einer Infektion des Neugeborenen führen kann.

Falls Chlamydien festgestellt werden, ist eine Behandlung auch während der Schwangerschaft möglich. Dafür stehen geeignete Antibiotika zur Verfügung.

Doxy-PEP und Doxy-PrEP: Können sie vor Chlamydien schützen?

Doxycyclin kann bei manchen Menschen das Risiko senken, sich mit Chlamydien oder Syphilis anzustecken. Je nachdem, wie das Antibiotikum vorbeugend eingenommen wird, spricht man von Doxy-PEP oder Doxy-PrEP. Einige Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko nutzen diese Form der Prophylaxe bereits.

Gegen Tripper, also Gonorrhö, bietet Doxycyclin in Europa dagegen keinen Schutz. Der Grund sind Resistenzen des Erregers gegen das Antibiotikum.

Ob eine vorbeugende Einnahme von Doxycyclin sinnvoll ist, sollte gut abgewogen werden. Wenn du darüber nachdenkst, informiere dich ausführlich und hole dir ärztlichen Rat.

Frequently asked questions

Wie werden Chlamydien übertragen?

Chlamydien können beim Sex übertragen werden, wenn infektiöse Schleimhäute oder Körperflüssigkeiten miteinander in Kontakt kommen. Besonders häufig passiert das bei ungeschütztem Vaginalsex und Analsex.

Welche Symptome können Chlamydien verursachen?

Chlamydien verursachen oft gar keine Beschwerden. Möglich sind unter anderem Ausfluss, Jucken, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Auch Infektionen im Enddarm können unbemerkt bleiben oder Beschwerden verursachen.

Wie kann ich mich auf Chlamydien testen lassen?

Chlamydien lassen sich mit einem Urintest oder einem Abstrich nachweisen. Tests sind unter anderem in ärztlichen Praxen, Gesundheitsämtern, Aidshilfen und Checkpoints möglich.

Wie werden Chlamydien behandelt?

Chlamydien lassen sich mit Antibiotika gut behandeln und heilen. Bis die Behandlung abgeschlossen ist, solltest du auf Sex verzichten. Auch Sexpartner*innen sollten sich untersuchen und gegebenenfalls mitbehandeln lassen.

Wie kann ich das Risiko für Chlamydien senken?

Kondome und Femidome können das Risiko einer Ansteckung deutlich reduzieren. Bei häufig wechselnden Sexpartner*innen können außerdem regelmäßige Tests sinnvoll sein.

Sicher zuhause testen mit s.a.m health

"s.a.m. health ist das offizielle STI-Heimtestprojekt der Deutschen Aidshilfe e.V.

With s.a.m. health können sich Menschen zuhause auf Chlamydien, HIV, Syphilis und Gonorrhoe (Tripper) testen lassen – kombiniert mit der Zuverlässigkeit einer Laborauswertung.

Das besondere an s.a.m? Im Rahmen der STI-Testung haben wir eine qualifizierte Telefonberatung für menschliche Befundmitteilung. Darüber hinaus trägt die Beratung zu einem verlässlichen Testergebnis bei: Wir informieren über die Zeit zwischen einer möglichen Infektion und dem Zeitpunkt, ab dem diese zuverlässig nachgewiesen werden kann (diagnostisches Fenster). Dadurch helfen wir, Fehlinterpretationen von Testergebnissen zu vermeiden und einen gesicherten Befund zu gewährleisten."www.samhealth.de

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