Gesundheit

Syphilis – Symptome, Test und Behandlung

Syphilis ist eine leicht übertragbare bakterielle Infektion. Sie kann lange unbemerkt bleiben und ohne Behandlung schwere Folgen haben. Früh erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika gut heilen.

Illustration eines Bluttests auf Syphilis in einer medizinischen Praxis

Das Wichtigste auf einen Blick

🦠 Leicht übertragbar

Syphilis wird durch Bakterien verursacht und kann auch ohne Beschwerden weitergegeben werden.

🧪 Früh testen

Ein Bluttest kann Syphilis nachweisen und eine frühe Behandlung ermöglichen.

💊 Gut behandelbar

Syphilis lässt sich mit Antibiotika behandeln, meist mit Penizillin.

🛡️ Risiko senken

Kondome können das Risiko reduzieren. Bei häufig wechselnden Sexpartner*innen sind regelmäßige Tests sinnvoll.

Was ist Syphilis?

Syphilis ist eine bakterielle Infektion und leicht übertragbar. Sie wird auch Lues oder „harter Schanker“ genannt. Wird Syphilis früh erkannt, lässt sie sich heute mit Antibiotika gut heilen. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Infektion jedoch schwere gesundheitliche Schäden verursachen.

Syphilis: Symptome und Verlauf

Syphilis kann sehr unterschiedlich verlaufen. Die Beschwerden sind nicht immer eindeutig. Deshalb wird die Infektion manchmal übersehen oder mit anderen Erkrankungen verwechselt.

1. Frühstadium: Primäraffekt

Am Anfang entsteht häufig ein kleines Geschwür an der Stelle, an der die Bakterien in den Körper gelangt sind. Das kann zum Beispiel am Penis, in der Vagina, im Analbereich oder am Mund sein. Zusätzlich können die Lymphknoten anschwellen. Diese Beschwerden verschwinden meist von selbst.

2. Sekundärstadium: Ausschlag & Flecken

Etwa zwei Monate später können Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen auftreten. Häufig kommen Hautausschläge und ein Belag auf der Zunge hinzu. Auch diese Symptome können wieder von allein abklingen. Danach bleibt Syphilis oft lange unbemerkt.

3. Spätstadium: Endstadium

Ohne Behandlung kann die Infektion nach Jahren in eine dritte Phase übergehen. Dann können sich Geschwüre am ganzen Körper bilden. Auch Organe und Nervensystem können geschädigt werden. Mögliche Folgen sind Taubheit, Blindheit oder geistiger Verfall. Durch die heutigen Behandlungsmöglichkeiten kommt es dazu nur noch sehr selten.

Syphilis: So wird sie übertragen

Syphilis kann leicht weitergegeben werden. Die Bakterien befinden sich vor allem dort, wo Haut oder Schleimhäute durch die Infektion verändert sind und Flüssigkeit austritt. Auch im Blut können sie vorkommen.

In den Körper gelangen die Erreger über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Das kann zum Beispiel im Mund, im Analbereich, am Penis oder in der Vagina passieren.

Besonders häufig wird Syphilis beim ungeschützten Vaginalsex oder Analsex übertragen. Auch beim Oralsex ist eine Ansteckung möglich. Beim Drogenkonsum kann das gemeinsame Benutzen von Spritzen das Übertragungsrisiko deutlich erhöhen.

Schwangere Frauen können Syphilis auf das ungeborene Kind übertragen.

Auch wenn keine Beschwerden spürbar sind, kann Syphilis weitergegeben werden.

Syphilis vorbeugen

Beim Sex lässt sich das Risiko für Syphilis nicht vollständig ausschließen. Kondome können es aber senken. Kontakt mit nässenden Hautstellen solltest du möglichst vermeiden.

Wenn Sexspielzeuge geteilt werden, sollte für jede neue Person ein frisches Kondom darübergezogen werden. Danach sollten die Toys gründlich gereinigt werden.

Bei häufig wechselnden Sexpartner*innen ist ein Syphilis-Test einmal pro Jahr sinnvoll. So kann eine Infektion früh erkannt und behandelt werden. Das hilft auch dabei, Syphilis nicht weiterzugeben.

Syphilis-Diagnose: So wird getestet

Wenn der Verdacht auf Syphilis besteht, wird die Infektion mit einem Bluttest abgeklärt.

Wird Syphilis festgestellt, melden Praxis oder Labor den Fall an das Robert Koch-Institut (RKI). Dort wird die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland beobachtet. Dein Name wird bei der Meldung nicht übermittelt.
Syphilis behandeln

Illustration eines Bluttests auf Syphilis in einer medizinischen Praxis
Syphilis: Illustration eines Bluttests zur Diagnose einer Infektion. © Magnific

Syphilis lässt sich mit Antibiotika behandeln. Meist kommt Penizillin zum Einsatz. Das Medikament wird in einen Muskel gespritzt. Bei schweren Verläufen kann die Behandlung auch über eine Infusion erfolgen.

Wird Syphilis in den ersten beiden Stadien erkannt, dauert die Therapie meist zwei bis drei Wochen. Auch später ist eine Behandlung noch möglich. Dann dauert sie in der Regel länger.

Bis die Behandlung abgeschlossen ist, solltest du auf Sex verzichten. Informiere nach Möglichkeit auch deine Sexpartner*innen darüber, dass eine Ansteckung möglich ist. Sie sollten sich ebenfalls auf Syphilis testen lassen.

Syphilis bei HIV

Bei Menschen mit HIV kann Syphilis schneller fortschreiten. Außerdem kann die Infektion häufiger erneut auftreten. Das ist auch möglich, wenn bereits Medikamente gegen Syphilis eingesetzt wurden.

Doxy-PEP und Doxy-PrEP

Doxycyclin wird auch zur Vorbeugung bestimmter Geschlechtskrankheiten diskutiert. Je nach Einnahmeform spricht man von Doxy-PEP oder Doxy-PrEP. Einige Menschen mit hohem Ansteckungsrisiko nutzen diese Form der Prophylaxe bereits.

Bei manchen Menschen kann Doxycyclin das Risiko für Syphilis und Chlamydien senken. Gegen Tripper bietet es in Europa dagegen keinen Schutz. Der Grund sind Resistenzen der Erreger gegen das Antibiotikum. Wenn du über Doxy-PEP oder Doxy-PrEP nachdenkst, solltest du dich gut informieren und ärztlichen Rat einholen.

Häufige Fragen

Wie wird Syphilis übertragen?

Syphilis wird vor allem beim Sex übertragen. Die Bakterien können über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper gelangen. Auch gemeinsam benutzte Spritzen beim Drogenkonsum können ein Risiko sein.

Welche Symptome kann Syphilis verursachen?

Zu Beginn kann ein kleines Geschwür entstehen. Später sind unter anderem Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag und Belag auf der Zunge möglich. Die Beschwerden können wieder verschwinden, obwohl die Infektion weiter besteht.

Wie wird Syphilis festgestellt?

Bei Verdacht auf Syphilis wird ein Bluttest gemacht. Wird die Infektion nachgewiesen, erfolgt eine Meldung an das Robert Koch-Institut. Der Name wird dabei nicht übermittelt.

Wie wird Syphilis behandelt?

Syphilis wird mit Antibiotika behandelt, meistens mit Penizillin. Wird die Infektion früh erkannt, dauert die Therapie meist zwei bis drei Wochen. In späteren Stadien kann die Behandlung länger dauern.

Wie kann ich mich vor Syphilis schützen?

Kondome können das Risiko senken, aber nicht vollständig ausschließen. Bei häufig wechselnden Sexpartner*innen ist ein Syphilis-Test einmal pro Jahr sinnvoll.

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