Das Wichtigste auf einen Blick
🦠 HPV verursacht Feigwarzen
Bestimmte HPV-Typen können Feigwarzen im Genital- und Analbereich auslösen.
🧫 Leicht übertragbar
HPV kann beim Sex oder durch engen Körperkontakt weitergegeben werden.
💉 Impfung schützt
Die HPV-Impfung schützt vor den meisten HPV-Typen, die Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs verursachen.
🩺 Behandlung möglich
Feigwarzen lassen sich behandeln, können nach einer erfolgreichen Therapie aber erneut auftreten.
Was ist HPV?
HPV steht für humane Papillomaviren. Es gibt mehr als hundert verschiedene HPV-Subtypen. Einige davon können Feigwarzen verursachen. Diese kleinen warzenartigen Wucherungen treten vor allem im Genital- und Analbereich auf, seltener auch im Mund.
Nicht jede HPV-Infektion führt zu Feigwarzen. In den meisten Fällen kommt der Körper selbst mit den Viren zurecht und die Infektion verschwindet wieder. Andere HPV-Typen können an der Entstehung bestimmter Krebsgeschwüre beteiligt sein, zum Beispiel am Gebärmutterhals oder am Anus.
Was sind Feigwarzen?
Feigwarzen gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Sie werden auch Genitalwarzen oder Kondylome genannt. Typisch sind kleine, warzenartige Wucherungen im Genitalbereich oder am After. In seltenen Fällen können sie auch im Mund auftreten.
Verursacht werden Feigwarzen durch humane Papillomaviren, kurz HPV. Es gibt viele verschiedene HPV-Typen. Einige davon können Feigwarzen auslösen. Andere spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und Analkrebs. Feigwarzen lassen sich behandeln. Die Behandlung kann allerdings längere Zeit dauern.
So werden HPV und Feigwarzen übertragen
HPV wird meist beim Sex übertragen. Das Virus sitzt in Hautschuppen und kann bei engem Körperkontakt leicht weitergegeben werden. Besonders kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhaut können den Viren den Eintritt in den Körper erleichtern. Eine frische Intimrasur kann das Risiko deshalb erhöhen.
Auch über Sexspielzeug ist eine Übertragung möglich, wenn daran humane Papillomaviren haften. Es gibt mehr als hundert verschiedene HPV-Subtypen. Einige können Feigwarzen im Genitalbereich, am Anus oder seltener im Mund verursachen. Andere HPV-Typen sind an der Entstehung verschiedener Krebsarten beteiligt, darunter Gebärmutterhalskrebs und Analkrebs. Bei der Geburt können Schwangere HPV auf das Kind übertragen.
HPV vorbeugen: So lässt sich das Risiko senken
Kondome und Femidome können das Risiko einer HPV-Übertragung nur begrenzt reduzieren. Der Grund: Sie bedecken nur einen kleinen Teil der Haut. HPV kann sehr leicht bei engem Körperkontakt oder über Schmierinfektionen weitergegeben werden, zum Beispiel über Hände oder Gegenstände im Genitalbereich.
Wenn Feigwarzen früh behandelt werden, sinkt das Risiko, andere anzustecken. Bei wechselnden Sexpartner*innen kann es sinnvoll sein, sich mindestens einmal im Jahr auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen. So können Feigwarzen und andere Infektionen früh erkannt und behandelt werden.
Grundsätzlich gilt: Je früher Feigwarzen und andere Geschlechtskrankheiten behandelt werden, desto besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung.
HPV-Impfung: Schutz vor bestimmten Virustypen
Eine Impfung kann vor bestimmten HPV-Typen schützen. Empfohlen wird sie für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren. In diesem Alter sind viele noch nicht mit HPV in Kontakt gekommen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.
Auch zu einem späteren Zeitpunkt ist eine HPV-Impfung möglich. Sie schützt vor den meisten HPV-Typen, die Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs verursachen. Einen vollständigen Schutz bietet die Impfung jedoch nicht.
Feigwarzen und HPV: Mögliche Symptome und Folgen
In den meisten Fällen kommt der Körper selbst mit einer HPV-Infektion zurecht. Die Viren verschwinden dann wieder. Eine Infektion mit HPV-Typen, die Feigwarzen verursachen können, führt außerdem nicht automatisch zu sichtbaren Warzen. Auch länger anhaltende Infektionen mit HPV-Typen, die Krebsgeschwüre begünstigen können, entwickeln sich nur selten zu Krebsgeschwüren.
Bis Feigwarzen entstehen, können nach einer Infektion mehrere Wochen oder Monate vergehen. Typisch sind kleine, spitze Warzen. Wenn sie sich großflächiger ausbreiten, kann ihre Oberfläche zerklüftet und blumenkohlartig wirken. Häufig entstehen sie an Übergängen zwischen Haut und Schleimhaut, zum Beispiel am Anus, an den Vulvalippen, zwischen Vulvalippen und Damm, in der Vagina oder an der Umschlagfalte der Penisvorhaut.
Feigwarzen selbst sind nicht schmerzhaft. Im Analbereich können sie allerdings stark juckende Ekzeme verursachen. Meist sind sie harmlos. Trotzdem können sie als störend empfunden werden, etwa aus ästhetischen oder hygienischen Gründen. Auch mechanische Beschwerden sind möglich, zum Beispiel Schmerzen beim Analverkehr.
Zu den HPV-Typen, die Feigwarzen auslösen können, gehören vor allem die Subtypen 6 und 11. Subtyp 6 ist für etwa zwei Drittel der Fälle verantwortlich, Subtyp 11 für etwa ein Drittel. Seltener kommen andere Typen wie 42, 43 oder 44 vor.
Andere HPV-Subtypen können an der Entstehung von Krebsgeschwüren beteiligt sein. Von einer Infektion bis zur Entstehung eines Krebsgeschwürs können fünf bis zehn Jahre vergehen. Insgesamt entwickelt sich nur selten tatsächlich ein Krebsgeschwür.
Wenn es dazu kommt, spielen HPV unter anderem bei Krebsgeschwüren am Gebärmutterhals, am Anus, an den Vulvalippen, am Penis sowie im Mund- und Rachenraum eine wichtige Rolle. Bei Krebsgeschwüren am Gebärmutterhals sind HPV fast immer beteiligt. Rund 50 Prozent der Fälle werden Subtyp 16 zugeschrieben, etwa 20 Prozent Subtyp 18. Die übrigen Fälle verteilen sich auf mindestens zwölf weitere Subtypen.
Bei Krebsgeschwüren am Anus sind HPV in etwa 90 Prozent der Fälle beteiligt. Bei Krebsgeschwüren an Penis oder Vulva liegt der Anteil bei ungefähr 40 Prozent, bei Krebsgeschwüren im Mund- und Rachenraum bei etwa 30 Prozent.
Krebsgeschwüre am Anus sind insgesamt sehr selten. Pro Jahr erkrankt etwa eine von 100.000 Personen daran. Bei Menschen mit HIV treten Krebsgeschwüre am Anus häufiger auf als im Durchschnitt der Bevölkerung. Krebsgeschwüre an Vulva und Penis sind ähnlich selten. Auch hier gibt es jährlich etwa eine Erkrankung pro 100.000 Personen.
Feigwarzen und HPV erkennen: So läuft die Diagnose
Feigwarzen lassen sich meist direkt erkennen. Fachärzt*innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder Gynäkologie stellen die Diagnose in der Regel durch Anschauen oder Abtasten. Zusätzlich zum Genitalbereich sollte auch das Rektum untersucht werden. Das Rektum wird auch Mastdarm genannt und liegt direkt hinter dem After. Es ist etwa 15 bis 18 Zentimeter lang.
Für die Untersuchung wird ein dünnes, rohrförmiges Instrument in den Anus eingeführt. Dieses Instrument heißt Anoskop oder Proktoskop. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft.
Für gesetzlich Versicherte und in der Regel auch für privat Versicherte gibt es außerdem Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Zwischen 20 und 34 Jahren kann einmal jährlich ein Pap-Test in einer gynäkologischen Praxis gemacht werden. Dabei werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und anschließend im Labor untersucht.
Ab 35 Jahren ist alle drei Jahre ein direkter HPV-Test zusammen mit einem Pap-Test möglich. Dieses Angebot gilt zum Beispiel für cis Frauen sowie für trans* Männer, inter* und nicht-binäre Menschen. Der rechtliche Personenstand spielt dabei keine Rolle. Bei der Suche nach sensiblen Praxen können zum Beispiel Selbsthilfegruppen und Trans-Beratungsstellen unterstützen.
Menschen mit HIV sollen sich mindestens einmal jährlich auf Vorstufen von Krebsgeschwüren am Anus und am Gebärmutterhals untersuchen lassen.
Feigwarzen behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?
Eine Behandlung, die direkt gegen HPV wirkt, gibt es nicht. Deshalb können regelmäßige Untersuchungen auf Feigwarzen oder Krebsvorstufen sinnvoll sein.
Feigwarzen lassen sich auf unterschiedliche Weise behandeln. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem von Anzahl, Größe und Lage der Warzen ab. Eine vollständige und dauerhafte Entfernung lässt sich jedoch mit keiner Methode garantieren. Auch nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung können Feigwarzen erneut auftreten.
Häufig kommen Cremes, Salben oder Lösungen zum Einsatz. Diese können meist selbst auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.
Daneben gibt es operative Verfahren. Feigwarzen können zum Beispiel mit einem feinen Löffel, einer sogenannten Kürettage, oder mit einer chirurgischen Schere entfernt werden. Weitere Möglichkeiten sind das Abtragen durch kurzzeitiges Erhitzen, eine Laserbehandlung oder das Vereisen mit flüssigem Stickstoff.
Bei einer Verätzung wird Säure auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Dadurch wird die oberste Hautschicht verätzt.
Warum HPV bei HIV eine besondere Rolle spielt
Nach der Behandlung von Feigwarzen ist das Risiko für eine HIV-Infektion während der Wundheilung erhöht. In dieser Zeit solltest du deshalb besonders auf Safer Sex achten.
Menschen mit HIV haben deutlich häufiger Feigwarzen als HIV-negative Menschen. Auch anale HPV-Infektionen kommen bei ihnen bis zu sechsmal häufiger vor. Das gilt unabhängig von Geschlecht und Sexualpraktiken. Krebsgeschwüre am Gebärmutterhals treten bei Menschen mit HIV ebenfalls deutlich häufiger auf. Auch Krebsgeschwüre am Anus sind häufiger. Schätzungen zufolge kommen sie bei Menschen mit HIV etwa 80-mal häufiger vor als im Durchschnitt der Bevölkerung. Menschen mit HIV sollten sich deshalb mindestens einmal im Jahr auf Vorstufen von Krebsgeschwüren am Anus und am Gebärmutterhals untersuchen lassen.
HPV und Feigwarzen in der Schwangerschaft
HPV kann bei der Geburt in seltenen Fällen auf das Kind übertragen werden. Deshalb wird Schwangeren empfohlen, Feigwarzen etwa in der 34. Schwangerschaftswoche behandeln zu lassen.
Häufige Fragen
Was ist HPV?
HPV steht für humane Papillomaviren. Es gibt mehr als hundert verschiedene HPV-Subtypen. Einige können Feigwarzen verursachen, andere sind an der Entstehung bestimmter Krebsgeschwüre beteiligt.
Wie entstehen Feigwarzen?
Feigwarzen entstehen durch bestimmte HPV-Typen. Sie treten vor allem im Genital- und Analbereich auf. Seltener können sie auch im Mund vorkommen.
Wie wird HPV übertragen?
HPV wird meist beim Sex oder durch engen Körperkontakt übertragen. Auch über Sexspielzeug oder seltener über Schmierinfektionen ist eine Ansteckung möglich.
Wie kann ich mich vor HPV schützen?
Kondome und Femidome senken das Risiko nur begrenzt. Eine HPV-Impfung kann vor den meisten HPV-Typen schützen, die Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs verursachen.
Wie werden Feigwarzen behandelt?
Feigwarzen können zum Beispiel mit Cremes, Salben oder Lösungen behandelt werden. Auch operative Verfahren, Vereisung, Laser oder Verätzung sind möglich. Trotz Behandlung können Feigwarzen erneut auftreten.