Das Wichtigste auf einen Blick
🩸 Über Blut übertragbar
Hepatitis C wird vor allem durch Blut weitergegeben, zum Beispiel beim gemeinsamen Benutzen von Spritzbesteck.
⏳ Oft chronisch
Viele Hepatitis-C-Infektionen werden chronisch und können die Leber dauerhaft schädigen.
💊 Fast immer heilbar
Eine chronische Hepatitis C lässt sich mit Medikamenten meist innerhalb weniger Wochen heilen.
🛡️ Safer Use schützt
Eigenes Spritzbesteck und hygienisches Arbeiten beim Tätowieren oder Piercen senken das Ansteckungsrisiko.
Was ist Hepatitis C?
Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber. Ausgelöst wird sie durch das Hepatitis-C-Virus, kurz HCV. Das Virus wird über Blut übertragen, zum Beispiel beim Drogenkonsum.
Eine Hepatitis C wird häufig chronisch. Gleichzeitig ist sie fast immer heilbar. Die Behandlung dauert höchstens drei Monate.
Ohne Behandlung kann die Infektion die Leber schwer schädigen. Mögliche Folgen sind Leberversagen oder Leberkrebs.
Hepatitis C: Übertragung
Hepatitis C wird vor allem über Blut weitergegeben. Besonders häufig passiert das beim Drogenkonsum, wenn Spritzbesteck oder Zubehör wie Löffel, Filter oder Wasser gemeinsam benutzt werden.
Auch beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen kann ein Risiko bestehen. Entscheidend ist, ob dabei hygienisch und sauber gearbeitet wird.
Beim Sex wird Hepatitis C nur selten übertragen. Betroffen sind dabei vor allem Männer, die Sex mit Männern haben.
Hepatitis C: Schutz
Beim Drogenkonsum ist wichtig, dass du nur dein eigenes Spritzbesteck und dein eigenes Zubehör verwendest. Dazu gehören Spritze, Nadel, Filter, Löffel und Wasser. Teile diese Sachen nicht mit anderen.
Beim Tätowieren, Piercen oder Ohrlochstechen solltest du auf gute Hygiene achten. Verwendet werden sollten sterile Einweg-Instrumente oder sorgfältig sterilisierte Instrumente.
Auch beim Sex lässt sich das Risiko einer Hepatitis-C-Übertragung senken. Wenn du zwischen Partner*innen wechselst, solltest du für jede Person ein neues Kondom oder Femidom verwenden. Beim Fisten gilt das Gleiche für Handschuhe. Für jede Person sollte ein neuer Handschuh benutzt werden. Alternativ kannst du die Hände gründlich waschen. Dildos und andere Sexspielzeuge sollten vor der Weitergabe gründlich gereinigt werden. Du kannst außerdem für jede Person ein neues Kondom darüberziehen. Gleitgel solltest du nicht teilen. Am besten verwendet jede Person einen eigenen Gleitmitteltopf.
In medizinischen und pflegerischen Einrichtungen reichen die üblichen Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen aus, um Übertragungen zu verhindern.
Hepatitis C: Symptome und Folgen
Nach einer Ansteckung können drei Wochen bis sechs Monate vergehen, bis sich eine Hepatitis C bemerkbar macht. Beschwerden treten jedoch nur selten auf. Möglich sind grippeähnliche Symptome oder eine Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten.
Ein Teil der Infektionen heilt innerhalb von sechs Monaten aus. Die meisten werden jedoch chronisch. Auch eine chronische Hepatitis C kann später noch von selbst ausheilen.
Eine chronische Infektion macht sich oft nur durch unspezifische Beschwerden bemerkbar. Dazu gehören Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, eine verminderte Leistungsfähigkeit, Juckreiz oder Gelenkbeschwerden.
Bei etwa einem Drittel der chronischen Infektionen nimmt die Erkrankung einen aggressiven Verlauf. Dabei kann sich die Leber entzünden. Außerdem kann sich das Lebergewebe verändern und vernarben. Diese Vernarbung wird Fibrose genannt. In etwa 15 bis 30 Prozent dieser Fälle kann daraus eine Leberzirrhose entstehen. Mögliche weitere Folgen sind Leberversagen oder seltener Leberkrebs.
Bei knapp drei Vierteln der Menschen mit chronischer Hepatitis C treten außerdem Erkrankungen an Gelenken, Muskeln oder Haut auf. Seltener können auch Speicheldrüsen, Schilddrüse, Nieren oder Blutgefäße betroffen sein.
Hepatitis C Diagnose
Eine Hepatitis-C-Infektion lässt sich durch eine Blutuntersuchung nachweisen. Dabei wird in der Regel sowohl nach Antikörpern gegen HCV als auch direkt nach Bestandteilen des Virus gesucht.
Tests bieten unter anderem viele Gesundheitsämter, Einrichtungen der Drogenhilfe und Ärzt*innen an. Beratung bekommst du zum Beispiel bei Aids- und Drogenhilfen sowie über die Telefon- und Onlineberatung der Aidshilfen.
Wird Hepatitis C festgestellt, erfolgt eine namentliche Meldung an das Gesundheitsamt. Die Daten helfen dabei, das Infektionsgeschehen zu beobachten und weitere Übertragungen zu verhindern.
Hepatitis C behandeln
In den ersten sechs Monaten nach einer Infektion wird Hepatitis C in der Regel noch nicht behandelt. Bei einer chronischen Hepatitis C stehen mehrere Medikamente zur Verfügung, die meist gut verträglich sind. Sie verhindern, dass sich das Hepatitis-C-Virus im Körper weiter vermehrt.
Die Therapie dauert meistens acht bis zwölf Wochen. In bestimmten Fällen kann sie 16 oder 24 Wochen dauern, zum Beispiel bei einer Leberzirrhose oder wenn bereits früher eine Behandlung stattgefunden hat.
Wichtig sind mögliche Wechselwirkungen. Hepatitis-C-Medikamente können sich mit anderen Medikamenten, naturheilkundlichen Produkten oder Drogen gegenseitig beeinflussen. Dadurch kann die Wirkung abgeschwächt werden. Es kann aber auch zu einer Überdosierung mit starken Nebenwirkungen kommen.
Sprich deshalb mit deinen behandelnden Ärzt*innen darüber, welche Medikamente, Drogen oder anderen Substanzen du zusätzlich einnimmst.
Hepatitis C und Schwangerschaft
Wenn du eine chronische Hepatitis C hast und schwanger werden möchtest oder könntest, ist eine Behandlung möglichst vor der Schwangerschaft sinnvoll. Die Medikamente gegen Hepatitis C sind nicht für die Behandlung während der Schwangerschaft zugelassen.
Bestimmte Verhütungsmittel sollten nicht zusammen mit bestimmten Hepatitis-C-Medikamenten eingesetzt werden. Welche Kombinationen infrage kommen, solltest du mit Ärzt*innen besprechen.
Während der Schwangerschaft sollte möglichst auf invasive Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung verzichtet werden. Dabei kann HCV von der schwangeren Person auf das Kind übertragen werden.
Ein Kaiserschnitt ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht erforderlich. Beim Stillen scheint kein relevantes Übertragungsrisiko zu bestehen. Bei Verletzungen oder Entzündungen an der Brustwarze solltest du ärztlichen Rat einholen.
Hepatitis C und HIV
In Deutschland haben schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der Menschen mit HIV zusätzlich eine Hepatitis C.
Ist das Immunsystem durch eine unbehandelte HIV-Infektion geschwächt, kann eine chronische Hepatitis C schneller fortschreiten. Auch Leberversagen tritt dann häufiger auf.
Menschen mit HIV können Hepatitis-C-Medikamente einnehmen. Wenn gleichzeitig HIV-Medikamente genutzt werden, müssen mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt werden.
Für Menschen mit HIV wird ein HCV-Test einmal pro Jahr empfohlen.
Häufige Fragen
Wie wird Hepatitis C übertragen?
Hepatitis C wird vor allem über Blut weitergegeben. Besonders häufig passiert das beim gemeinsamen Benutzen von Spritzbesteck oder Zubehör beim Drogenkonsum. Auch beim Tätowieren oder Piercen kann ein Risiko bestehen. Beim Sex wird Hepatitis C nur selten übertragen.
Welche Symptome kann Hepatitis C verursachen?
Viele Menschen haben zunächst keine oder nur wenige Beschwerden. Möglich sind grippeähnliche Symptome oder eine Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten. Bei einer chronischen Hepatitis C können Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Juckreiz oder Gelenkbeschwerden auftreten.
Kann Hepatitis C chronisch werden?
Ja. Die meisten Infektionen werden chronisch. Ohne Behandlung kann die Leber geschädigt werden. Mögliche Folgen sind eine Leberzirrhose, Leberversagen oder seltener Leberkrebs.
Ist Hepatitis C heilbar?
Ja. Eine chronische Hepatitis C ist fast immer heilbar. Die Behandlung dauert meist acht bis zwölf Wochen. In bestimmten Fällen kann sie länger dauern.
Wie kann ich mich vor Hepatitis C schützen?
Beim Drogenkonsum solltest du nur dein eigenes Spritzbesteck und Zubehör verwenden. Beim Tätowieren oder Piercen sind hygienische Bedingungen wichtig. Beim Sex können Kondome, neue Handschuhe beim Fisten und gereinigte Sexspielzeuge das Risiko senken.