Das Wichtigste auf einen Blick
🩺 Bei Symptomen testen lassen
Wenn Beschwerden wie Brennen, Jucken, Ausfluss, Bläschen oder Geschwüre auftreten, ist ein Test auf Geschlechtskrankheiten sinnvoll.
📍 Viele Möglichkeiten für einen Test
Tests gibt es unter anderem bei Ärzt*innen, Gesundheitsämtern, Aidshilfen und Testprojekten wie Checkpoints. Viele Angebote können anonym genutzt werden.
💬 Partner*innen informieren
Hier kannst du einen kurzen Informationstext eintragen.
💉 Impfungen können schützen
Vor manchen sexuell übertragbaren Infektionen kann eine Impfung schützen – zum Beispiel vor Hepatitis A, Hepatitis B oder HPV.
Geschlechtskrankheiten sind in der Regel gut behandelbar, wenn sie erkannt werden. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich testen zu lassen. Je nach Erreger und möglichen Symptomen kommen unterschiedliche Untersuchungen infrage – zum Beispiel ein Abstrich, Urin-, Stuhl- oder Bluttest oder eine Blickdiagnose.
Wichtig: Nicht jede Geschlechtskrankheit macht Symptome. Manche Infektionen werden deshalb erst bei einem Test entdeckt.
Wann ist ein Test auf Geschlechtskrankheiten sinnvoll?
Grundsätzlich empfiehlt sich ein Test, wenn Symptome auftreten. Das können zum Beispiel sein:
- übel riechender Ausfluss aus Harnröhre, Vagina oder Rektum
- Brennen beim Wasserlassen
- Jucken
- Bläschen
- Geschwüre im Genital- oder Analbereich
Ein Test ist außerdem sinnvoll, wenn du die Nachricht bekommst, dass ein*e Sexpartner*in eine Geschlechtskrankheit hat.
Auch Schwangeren wird neben einem HIV-Test ein Test auf andere Geschlechtskrankheiten empfohlen. Manche Infektionen können während der Schwangerschaft oder bei der Geburt auf das Kind übertragen werden und schwere Erkrankungen verursachen. Außerdem kann das Risiko einer Frühgeburt steigen.
Regelmäßige Tests
Wenn du häufig wechselnde Sexpartner*innen hast, können regelmäßige Tests auf Geschlechtskrankheiten sinnvoll sein. Das gilt zum Beispiel für:
- Chlamydien
- Tripper
- Syphilis
So können Infektionen früh erkannt und eine Weitergabe vermieden werden. Wie häufig ein Test für dich sinnvoll ist, kannst du mit Ärzt*innen oder in einer Beratungsstelle besprechen.
Auch an HIV denken
Bei einer Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten kann auch ein HIV-Test sinnvoll sein. Wird eine Syphilis festgestellt, sollte auf jeden Fall über einen HIV-Test nachgedacht werden. Am besten sprichst du das bei der Testberatung an. Regelmäßige Tests auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten gehören außerdem dazu, wenn du die HIV-PrEP nutzt. Für Menschen mit HIV gelten besondere Test-Empfehlungen. Diese sollten am besten mit HIV-Spezialist*innen besprochen werden.
Wo kann ich mich testen lassen?
Tests auf Geschlechtskrankheiten können zum Beispiel durchgeführt werden bei:
- Ärzt*innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten
- Gynäkolog*innen
- Urolog*innen
- Gesundheitsämtern
- Aidshilfen
- Testprojekten wie Checkpoints
Wenn du Symptome hast oder ein konkreter Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit besteht – zum Beispiel nach einem Hinweis von ein*er Sexpartner*in – können die Kosten über die Krankenkasse abgerechnet werden. Viele Aidshilfen, Gesundheitsämter und Checkpoints bieten außerdem eine Testberatung an. Die Tests können dort teilweise anonym durchgeführt werden.
Was ist mit Selbsttests?
Von Selbsttests auf Geschlechtskrankheiten, für die im Internet geworben wird, rät die Deutsche Aidshilfe ab. Diese Tests sind zwar legal, aber häufig sehr ungenau. Dadurch können Infektionen übersehen werden. Sie werden dann nicht behandelt und können weitergegeben werden.
Was passiert, wenn eine Geschlechtskrankheit festgestellt wird?
Eine Diagnose kann zunächst unangenehm sein. Gleichzeitig bedeutet sie aber auch: Die Infektion kann jetzt behandelt und geheilt werden. Dadurch lassen sich gesundheitliche Schäden und weitere Übertragungen vermeiden. Wenn bei einer Person häufiger Geschlechtskrankheiten festgestellt werden, kann möglicherweise auch das HIV-Risiko erhöht sein. Dann könnte die HIV-PrEP als Methode zum Schutz vor HIV infrage kommen.
Partner*innen informieren
Wenn bei dir eine Geschlechtskrankheit festgestellt wird, solltest du auch die Sexpartner*innen der letzten Zeit informieren, soweit sie dir bekannt sind. So können auch sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Damit können außerdem Wiederansteckungen vermieden werden.
An Impfungen denken
Vor manchen sexuell übertragbaren Infektionen kann eine Impfung schützen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- HPV
In einer Beratung kann besprochen werden, ob eine Impfung oder eine Auffrischung sinnvoll ist.
Gibt es eine Meldepflicht?
Für einige Infektionen besteht eine Meldepflicht. HIV und Syphilis werden nicht namentlich an das Robert Koch-Institut gemeldet. Bei einer Virus-Hepatitis von A bis E erfolgt bereits beim Verdacht auf eine akute Infektion eine namentliche Meldung an das Gesundheitsamt. Diese Informationen können dabei helfen, das Infektionsgeschehen zu beobachten und Übertragungen zu verhindern.
Tests können zum Alltag gehören
Regelmäßige Tests auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten können ganz selbstverständlich zum eigenen Umgang mit sexueller Gesundheit gehören. IWWIT empfiehlt schwulen Männern, sich einmal im Jahr auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mich auf Geschlechtskrankheiten testen lassen?
Ein Test wird empfohlen, wenn du Symptome hast oder erfährst, dass ein*e Sexpartner*in eine Geschlechtskrankheit hat. Bei häufig wechselnden Sexpartner*innen können außerdem regelmäßige Tests sinnvoll sein.
Muss ich Symptome haben, damit ein Test sinnvoll ist?
Nein. Geschlechtskrankheiten machen nicht immer Symptome oder die Symptome werden nicht erkannt. Deshalb kann auch ein Routine-Test sinnvoll sein.
Wo kann ich mich testen lassen?
Tests sind zum Beispiel bei Ärzt*innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, in gynäkologischen oder urologischen Praxen, bei Gesundheitsämtern, Aidshilfen und Checkpoints möglich. Viele dieser Angebote können anonym genutzt werden.
Was passiert, wenn bei mir eine Geschlechtskrankheit festgestellt wird?
Dann kann die Infektion behandelt und geheilt werden. Dadurch lassen sich gesundheitliche Schäden und weitere Übertragungen vermeiden. Außerdem sollten Sexpartner*innen der letzten Zeit informiert werden, soweit sie bekannt sind, damit auch sie sich untersuchen und behandeln lassen können.
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