Maik und Christoph sind seit 2007 zusammen und leben eine monogame Beziehung.

An ihrem ersten Jahrestag haben sie sich verpartnert und sind zwei monate darauf zusammengezogen. Nach drei Jahren Zwischenstation in Wuppertal leben sie heute in der Nähe von Düsseldorf. Maik arbeitet als Requisiteur am Theater, Christoph ist Angestellter im öffentlichen Dienst.

Was macht Eure Beziehung aus?

C: Wir ergänzen uns. Unsere Stärken liegen in entgegengesetzten Bereichen. Von Maik habe ich gelernt, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen – umgekehrt braucht er es manchmal, dass man ihn antreibt.

M: Wir sind auf einem Level, wir verstehen uns ohne Worte. Wir haben einen ähnlichen Humor und zu vielem die gleiche Einstellung.

Vor allem beim Thema Beziehung.

C: Für mich war und ist Monogamie der Weg. Wobei ich früher gesagt habe: Wenn er fremdgeht, wäre das der Anfang vom Ende. Das sehe ich weniger streng, seit sich die Beziehung gefestigt hat.

M: Als ich ihn kennenlernte, kam ich aus einer monogamen Beziehung, aber da lief’s mit der Kommunikation nicht so gut. Etwas anderes als Monogamie kommt für mich nicht in Frage. Es ist halt wichtig, dass man über Probleme und Bedürfnisse redet.

Wie reagieren andere Schwule auf Eure monogame Beziehung?

C: Die schwulen Paare in unserem Umfeld leben alle monogam. Mit denen thematisieren wir unsere Beziehung aber nicht ständig. Im Rahmen unserer Arbeit als Rollenmodelle kam aber schonmal der Spruch: Ach, Ihr seid dieses schrecklich verliebte Paar! Da wurden wir ein bisschen belächelt.

Safer Sex heißt bei Euch Monogamie?

M: Wir haben relativ schnell beschlossen, gemeinsam einen HIV Test zu machen, nach drei oder vier Monaten. Bis dahin hatten wir nur Sex mit Kondom.

Ist die Angst größer, wenn man zu zweit geht, oder ist es entspannter?

C: Obwohl mein letzter Test ein halbes Jahr zurücklag und ich danach nur Safer Sex hatte, hatte ich solche Angst um diese Beziehung. So blöde Gedanken, bei dem letzten Test hätte man die Nummern vertauscht und mein Ergebnis wäre falsch. Ich war die ganze Woche nicht zu gebrauchen.

M: Ich kam ja aus einer treuen Beziehung, für mich war es nicht so schlimm. Und ich habe Christoph gesagt: Sollte sein Test positiv sein, würde das nichts für mich ändern. Aber wie sich herausstellte, waren wir beide negativ.

Habt Ihr danach nochmal einen Test gemacht?

M: Ja, wir haben das zwischendurch aufgefrischt. Das Thema ist im Rahmen unserer Arbeit als Rollenmodelle aufgekommen, dass man sich einmal im Jahr testen lassen sollte – egal, in welcher Situation man lebt.

Das alles setzt ein großes gegenseitiges Vertrauen voraus.

C: Zu Beginn unserer Beziehung war das natürlich noch nicht so entwickelt, darum hätte ich mit einem Seitensprung nicht umgehen können. Zu Anfang brauche ich meinen Partner exklusiv. Aber ich habe irgendwann festgestellt: Diese Beziehung ist für mich viel mehr als der gemeinsame Sex. Es geht um Vertrauen: Wenn einen etwas belastet, dann wird er das ansprechen. Man muss halt wissen, was man will.

Kommunikation ist ja auch nicht immer leicht.

M: Wir werden als Rollenmodell ab und zu nach dem Geheimrezept für nachhaltige Monogamie gefragt: Man sollte sich bewusst sein, was man will. Dafür muss man einstehen und über alles reden.

C: Man muss den Mut haben, zu kommunizieren – das gilt ebenso für offene Beziehungen. Dazu gehört auch, dass man im Zweifel mal eine Antwort bekommt, die man nicht hören will.